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© cirquedesprit - Fotolia.com

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In einigen Ländern der Welt  ist  eine Internetzensur nichts Neues oder gar  Ungewöhnliches. In den USA schon.  Gedrängt vom Lobbying der Filmindustrie, hat der US-Kongress zwei Gesetzesentwürfe vorgestellt die die Struktur des Internets massiv bedrohen.

Namentlich heißen sie “Stop Online Piracy Act” (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) und entworfen wurden sie zum Schutz des Urheberrechts im Internet. Unterstützt wird die Initiative durch zahlreiche Filmfirmen,  die Gewerkschaften der Schauspieler und Drehbuchautoren, sowie den Film-Distributoren. Am 24. Januar sollen die US-Senatoren über den Protect IP Act abstimmen, während zur gleichen Zeit der Justizausschuß des Repräsentantenhauses über den SOPA diskutieren wird. Sinn und Zweck des PIPAs ist es, künftig rechtliche Schritte gegen ausländische Interseiten einleiten können, wenn diese Links zu raubkopierten Filmen zeigen. Der SOPA hingegen erlaubt Rechteinhabern in Hollywood gegen Provider vorgehen zu dürfen, wenn diese illegale Inhalte auf ihrem Server haben.

Die Gegner der Gesetzesentwürfe haben sich bereits zusammen geschlossen. Ihrer Meinung nach würden die Acts stark über ihr Ziel hinausschießen und drohen, die Struktur des Internets zu zerstören.  Einige große US-Netzkonzerne drohen sogar, ihren Service zeitweise lahmzulegen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales startete eine Online-Debatte zu dem Thema. Die Internetriesen Google, Facebook, Amazon, Ebay und Twitter  wollen ihre User auf eine vorgeschaltete Seite mit Protestaufforderungen umleiten oder gar statt der regulären Webseite die “zensierte” Version von Facebook und Co. anzeigen. Auch Datenschützer und Hacker warnen vor SOPA und vor allem vor einer  zu schnellen Umsetzung von Gesetzesentwürfen dieser Art, da die Folgen noch überhaupt nicht absehbar sind.

Selbst der deutsche Internetprovider 1&1 warnte seine Kunden in einer Mail vor dem Lobbyismus der Film- und Musikindustrie und der dadurch drohenden Zensierung des Internets. Auf dem Hacker-Kongress 28C3 denken Hacker sogar schon darüber nach, eigene Strukturen der Datenübermittlung aufzubauen, wie etwa ein eigenes Funknetz. Eine Arbeitsgruppe im Netz bastelt jetzt schon an der notwendigen Antennentechnik.

Kategorien: Medien & Internet

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