Arbeitnehmerrechte: Qualifiziertes Arbeitszeugnis

23.11.2014

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Endet ein Arbeitsverhältnis, ist davon auszugehen, dass sich der Arbeitnehmer in den meisten Fällen schnell um eine neue Anstellung bemühen wird. Um im Rahmen seiner Bewerbungen eine aussagekräftige Qualifikation für den neuen Arbeitsplatz vorweisen zu können, erhält er von seinem ehemaligen Arbeitgeber ein Zeugnis. Dieses gibt Auskunft darüber, wie lange die Beschäftigung angedauert hat und welche Tätigkeiten in dieser Zeit ausgeführt wurden. Dabei hat der Arbeitnehmer die Wahl zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis. Die einfache Variante enthält die bereits genannten Daten und Fakten, die wertfrei dargestellt werden müssen. Hier soll der potenzielle neue Arbeitgeber einfach nur einen Einblick in die Aufgaben bekommen, die der Arbeitnehmer während des Beschäftigungsverhältnisses übernommen hat. Insofern handelt es sich bei einem einfachen Zeugnis um eine neutrale Nennung oder auch Bestätigung der Beschäftigungsdauer und der damit verbundenen Tätigkeiten. Über die tatsächlichen Qualifikationen und Fähigkeiten des Arbeitnehmers sagt es nichts aus.

Ein sogenanntes erweitertes oder qualifiziertes Arbeitszeugnis dagegen nennt nicht nur die Fakten, sondern liefert auch eine Beurteilung der Führung und Leistung des Arbeitnehmers. Unter der Führung versteht man das Sozialverhalten, das er während der Beschäftigungsdauer an den Tag gelegt hat. Heutzutage wird dieser Punkt auch ,,Verhalten im Arbeitsverhältnis” genannt. Die Leistung beschreibt nicht nur die eigentliche Arbeitsleistung, die erbracht worden ist, sondern auch die allgemeine soziale und fachliche Kompetenz des Mitarbeiters. Eine derartige Beurteilung sagt selbstverständlich viel mehr aus als eine bloße Bestätigung, dass das Arbeitsverhältnis stattgefunden hat. Das qualifizierte Arbeitszeugnis kann, sofern es denn positive Einschätzungen enthält, bei einer Bewerbung große Vorteile bringen.

Die Problematik des erweiterten Arbeitszeugnisses liegt oft darin, dass die Beurteilung des Arbeitgebers nicht zwangsläufig mit der Selbsteinschätzung des Arbeitnehmers übereinstimmen muss. Finden sich plötzlich negative Aspekte im Arbeitszeugnis wieder, kommt es daher nicht selten zu Konflikten. Ein vorab stattfindendes Gespräch mit dem Arbeitgeber kann helfen, diese zu vermeiden. Ist man beispielsweise sicher, dass das erweiterte Zeugnis kein gutes Licht auf die eigene Person wirft, sollte man es vielleicht bei einem einfachen Arbeitszeugnis belassen, um sich nicht selbst bei späteren Bewerbungen im Weg zu stehen. Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de

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